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Ölschadensbekämpfung in der deutschen Nordsee - Bewertung des Umweltrisikos durch Dispergatoren mittels Net Environmental Benefit Analysis (NEBA)

Auftraggeber: 
Havariekommando
Laufzeit: 
2016
Fischkutter
Seehund
Basstölpel

Im Fall einer größeren Ölverschmutzung auf See gibt es verschiedene Handlungsoptionen. Gewählt werden sollten die Ölwehrmaßnahmen, die insgesamt den geringsten Schaden an der Umwelt erwarten lassen. Diskutiert wird, ob in Zukunft bei einem Ölschadensfall in der deutschen Nordsee moderne Dispergatoren eingesetzt werden könnten, wenn mechanische Ölwehrmaßnahmen nicht möglich sind. Angesichts der Komplexität der betroffenen Ökosysteme, der vielfältigen Abhängigkeiten zwischen dem Verhalten des Öls in der Umwelt, der Anwendbarkeit der Dispergatoren von den naturräumlichen Gegebenheiten, dem herrschenden Wetter- und Strömungsgeschehen sowie den vorhandenen empfindlichen ökologischen und sozio-ökonomischen Ressourcen ist die Entscheidungsfindung nicht einfach. Im Schadensfall muss sie aber unter Umständen innerhalb von Stunden gefällt werden. Das Havariekommando benötigte daher eine Vorentscheidung darüber, in welchen Kompartimenten der deutschen Nordsee der Einsatz von Dispergatoren unter welchen Bedingungen einen ökologischen Netto-Nutzen haben kann. Ein international anerkanntes Konzept für derartige Bewertung- und Entscheidungsfindungsprozesse ist die Net Environmental Benefit Analysis (NEBA).

Die ARSU GmbH hat dazu folgende Leistungen erbracht:

  • Analyse der vorhandenen Literatur zum Thema NEBA und zur Vorgehensweise bei der Anwendung von Dispergatoren in anderen Ländern sowie
    Prüfung der Anwendbarkeit bereits vorhandener methodischer Ansätze auf die Aufgabenstellung,
  • Entwicklung eines angepassten methodischen Ansatzes,
  • Charakterisierung der abgestimmten Kompartimente der Nordsee sowie ihrer ökologischen und sozio-ökonomischen Ressourcen auf der Basis verfügbarer Daten,
  • Auswertung der vorliegenden Kenntnisse zu den Wirkungen von Öl und chemisch dispergiertem Öl auf die verschiedenen Ressourcen,
  • Klärung welche Ressourcen unter welchen Bedingungen von einem Dispergatoren-Einsatz profitieren bzw. stärker geschädigt würden,
  • Ermittlung ob und unter welchen Bedingungen der Einsatz von Dispergatoren in den verschiedenen Kompartimenten einen Netto-Nutzen erwarten lässt
  • Identifizierung von Kenntnislücken und von weiterem Forschungs- und Entwicklungsbedarf.